
18.11.2004
Europäische Kommission zeichnet außerordentliche Leistungen in ‚Design for All’ und ‚Assistive Technology’ aus
Die Ergebnisse des ersten „Design for All and Assistive Technology Awards” stehen fest. Die Jury hat die Gewinner des von der Europäischen Kommission ausgerichteten Wettbewerbs am 12. November im Rahmen der REHACARE-Messe in Düsseldorf bekannt gegeben.
„Es waren viele sehr interessante und hochwertige Einreichungen dabei,“ resümiert Professor Dr. Peter Zec, Mitglied der Expertenjury und Leiter des Design Zentrums Nordrhein Westfalen, „ich hoffe sehr, dass wir durch unsere Auszeichnungen die Firmen sowie die Studenten, die sich in diesem Bereich engagieren, zusätzlich motivieren konnten. Wir wünschen uns für das nächste Mal allerdings eine höhere europäische Beteiligung – auch aus den Ländern, die sich noch nicht so sehr auf diesem Gebiet engagieren.“
Über 200 Einreichungen gingen von Designern, Designorganisationen, Ingenieuren, Rehabilitationsorganisationen, Blue-Chip-Unternehmen und Studenten aus ganz Europa ein. Die Auszeichnungen wurden in sechs Kategorien vergeben: Alltagsleben, Mobilität und Transport, Kommunikation und Information, Arbeitsplatz und Berufsleben, Kultur, Freizeit und Sport sowie Lebenslanges Lernen. Es gibt zwei zusätzliche Auszeichnungskategorien - ‘Jury’s New Territory Awards’ – die Studenten und Fachleute sowohl im Bereich ‚Design for All’ als auch ‚Assistive Technology’ ehren.
Das Design Zentrum Nordrhein Westfalen hat sich aktiv in dem Wettbewerb engagiert. Unter anderem war Professor Dr. Peter Zec, der neben seiner Rolle als Leiter des Design Zentrums auch designierter Präsident des Weltdesignerdachverbandes ICSID ist, Mitglied der Expertenjury, bestehend aus Mitgliedern des Europäischen Behindertenforums, Fachleuten aus den Sektoren ‘Design for All’ und ‚Assistive Technology’ und Mitgliedern der Europäischen Kommission.
Weitere Informationen über die ‚Design for All and Assistive Technology Awards’ finden Sie unter www.dfa-at-awards.org
Preisträger Design for All-Award
Das relativ neue Designkonzept „Design for All“ wird in einem weitgehenden Sinn als Design von Alltagsprodukten und Dienstleistungen verstanden, die einer möglichst breiten Anzahl von Nutzern zugänglich sind. Klassische Beispiele gemäss dem ‚Design for All’-Prinzip sind der elektronische Dosenöffner, Servolenkung in Autos und Untertitel in Fernsehprogrammen.
Kommunikation und Information:
Hausnotruf-Telefon der DFG Deutsche Fernsprecher GmbH, Marburg, Deutschland
Mobilität und Beförderung:
Umbausatz "Profondo", Pfautec GmbH, Quakenbrück, Deutschland
Profondo ermöglicht es, ein Zweirad in ein Dreirad zu verwandeln und umgekehrt.
Beschäftigung und Berufleben:
Web Compliance Manager "imergo", Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik, Sankt Augustin, Deutschland
Alltagshilfen:
"Cairlift", von Indes Medical Design, Enschede, Niederlande
Kultur, Freizeit und Sport:
Schlitten „Tojo Sport Sledge“, Tojo Sport, Finnland
New Territory Award für Professionals:
"Easy Reach Shelves", Tech Design Oy, Finnland
New Territory Award für Studenten:
„Audible“ (benutzerfreundlichen MP3-Player für Hörbücher), Carin Larsson, Umea Institute of Design, Schweden
Preisträger Assistive Tecnology Award
Unter ‘Assistive Technology’ oder Unterstützungstechnologie versteht man jedes Produkt, Instrument, Anlage, technisches System oder technologiebasierte Dienstleistung, eigens produziert oder allgemein erhältlich, die dazu verwendet werden kann, die funktionellen Fähigkeiten von behinderten Menschen zu erhalten, zu verbessern oder weiter zu entwickeln.
Integrated Solutions Award:
Automatisches Scannen und Durchblättern von Büchern, Bergische Universität Wuppertal, Deutschland
Kommunikaiton und Information:
Senioren-Handy "Butler", Firma Binom Produkt-Design, Aachen, Deutschland
Mobilität und Beförderung:
Elektro-Rollstuhl Typhoon, Invacare Deutschland, Bad Oeynhausen, Deutschland
Lebensbegleitendes Lernen:
Livereader, Livereader GmbH, Hoppstädten-Weiersbach, Deutschland
Alltagshilfen:
"Listening to the Clothes", Polytechnische Universität Mailand, Italien
Dabei handelt es sich um einen Chip, der Bekleidungsmerkmale wie Farbe, Größe, Pflegehinweise speichert und in Sprache wiedergibt.
Kultur, Freizeit und Sport:
Sport- und Fun-Rollstuhl "Hippocampe", Vipamat, Ploemeur, Frankreich
New Territory Award:
Elektronische Geh- und Mobilitätshilfe Parkwalker für Parkinson-Patienten, Parkaid srl, Italien





