Professor Brückner

Atelier Brückner ausgezeichnet mit dem red dot: grand prix

Im diesjährigen red dot award: communication design wurde das Atelier Brückner für die herausragende Gestaltung der Dauerausstellung „Tatort Forscherlabor“ mit dem red dot: grand prix ausgezeichnet und gehört damit zu den Besten des international renommierten Designwettbewerbs.

 

Die Dauerausstellung wird im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne gezeigt. Im Forscherlabor können die Besucher die Methoden nachvollziehen, mit denen Wissenschaftler die Spuren der Vergangenheit entschlüsseln. Wie bei Kriminalfällen führt erst die Analyse vieler kleiner Spuren zur Rekonstruktion eines Geschehens. Alle Methoden werden in 14 Themenstationen an konkreten Beispielen erläutert.

Das Atelier Brückner konzipiert und gestaltet unter dem Motto „form follows content“ aus Inhalten generierte Räume, die die Besucher entlang eines roten Fadens in eine Geschichte entführen. Unternehmensleiter Professor Uwe R. Brückner, der an der Hochschule für Kunst und Gestaltung in Basel lehrt und als Initiator der interdisziplinären Gestaltungslehre für räumliches und szenographisches Gestalten international erfolgreich ist, misst seiner Auszeichnung im red dot design award eine gesteigerte Bedeutung bei: „Persönlich habe ich mich nie sehr für Auszeichnungen interessiert. Eine red dot-Auszeichnung für ein szenographisches Projekt finde ich jedoch besonders attraktiv, wenn damit komplexe räumliche Gestaltung gewürdigt wird, die ohne Multidisziplinarität gar nicht auskommt - eine unterstützenswerte Tendenz.“

Über seine Erfahrungen als Designer und über die Bedeutung seines Fachbereichs sprach Professor Brückner im Interview mit red dot:

Professor Brückner, was bedeutet eine Auszeichnung mit dem red dot: best of the best und die Nominierung für den red dot: grand prix für Sie?

Die Auszeichnung "red dot: best of the best" mit gleichzeitiger Nominierung zum "red dot: grand prix" würdigt das Engagement des Gestalters, komplexe Themen durch anspruchvolle Gestaltung zu transportieren. Sie ist zugleich Bestätigung und Ansporn für Direktoren und Wissenschaftler an Museen, der Didaktik im Museum explorativen Charakter zu geben, inszenatorisch zu gestalten und die Besucher an der Rezeption von Wissen aktiv teilnehmen zu lassen.

Eine red dot-Auszeichnung für dreidimensionales, authentisches Gestalten in und mit dem Raum ist wichtig und notwendig - jenseits der Awards für Produkt-, 2D- und virtuellem Design.

Welche Pläne haben Sie als Designer für die Zukunft?

Konzeptionelle Potenziale im Design gilt es verstärkt zu vermitteln. Mein Ziel ist es, den Graben zwischen der Theorie, dem Inhalt auf Kuratorenseite und den Übersetzern, Umsetzern, den Gestaltern durch gemeinsame konzeptionelle Arbeit zu egalisieren.

Worin liegen Ihrer Meinung nach die besonderen Herausforderungen, die sich in der heutigen Zeit dem Designer stellen?

Dem Trend der Oberflächlichkeit, Schlampigkeit und Beliebigkeit muss mit einer inhaltsgenerierten Handschrift begegnet werden. Der Designer ist der gestalterische Anwalt seines Klienten. Opportunismus ist kein guter Ratgeber. Nonkonformistische Gestaltung hingegen ist Auftragskunst mit der sich auch der Designer identifizieren kann.

Wie hoch ist Ihrer Ansicht nach die wirtschaftliche Bedeutung von Design?

Die wirtschaftliche Bedeutung des Designs ist riesig. Ohne Gestaltung, ob eigene selbstgenerierte oder aufgezwungene, geht gar nichts mehr. Wir leben in einer Design-Diktatur. Ein handgeschriebener Brief oder die freie Kunst sind Reservate ohne Design-Despotismus.

Haben Sie Designvorbilder?

Ja, natürlich eine ganze Menge - und nicht nur die klassischen. Zu meinen Vorbildern rechne ich Leonardo da Vinci, Piranesi, Mies van der Rohe, Carlo Scarpa, Friedrich Kiesler, Toyo Ito, Italo Calvino, Fellini, Luis Bunuel, Tarkowski, Alkira Kurosawa, Fritz Lang, Peter Greenaway, Studio Azzurro, Charles und Ray Eames und einige mehr, deren Projekte oder Werk mich hochgradig inspiriert haben; nicht zu vergessen meine Mentoren, ohne deren gestalterisch geschulten Blick ich nicht da wäre, wo ich bin.