
- Prof. Rido Busse, Initiator des „Plagiarius" & Prof. Dr. Peter Zec, Initiator und CEO des red dot

- Prof. Dr. Peter Zec, Laudator zum „Plagiarius 2012"

- Leichtbau-Schmiedefelge „AC Schnitzer Typ V“ (links), Plagiat (rechts)

- Tischventilator „Dyson Air Multiplier“ (links), Plagiat (rechts)
"Plagiarius" - zum 36. Mal verliehen
Er prangert Einfallslosigkeit und Designraub öffentlich an: der „Plagiarius". Immer rücksichtsloser kupfern Produktpiraten Ideen erfolgreicher Unternehmen ab, die in Designqualität investieren, und präsentieren sie als eigene Leistung. Mit dem „Plagiarius“ werden seit 1977 besonders dreiste Nachahmer ausgezeichnet. Die Trophäe ist ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase: Ein überaus passendes Symbol für die hohen Gewinne, die auf Kosten innovativen Designs – oft flankiert durch unwahre Aussagen – erwirtschaftet werden.
Bereits zum 36. Mal wurde der „Plagiarius“-Wettbewerb 2011 ausgeschrieben. Unternehmen, Designer und Erfinder sind jährlich dazu aufgefordert, ihre Originalprodukte sowie vermeintliche Nachahmungen einzureichen und die Plagiatoren für den Negativpreis vorzuschlagen. Die Verleihung des Plagiarius 2012 fand am 10. Februar auf der Frankfurter „Ambiente" statt. Eine Matratze wurde genauso kopiert wie ein Küchenschneidegerät der swizzzProzzz AG oder ein mit dem red dot: best of the best prämierter Tischventilator aus dem Hause Dyson. Insgesamt wurden zehn Unternehmen mit dem „Plagiarius“ geschmäht.
Mit dem verdienten ersten Platz wurde die Essener Firma rimlux abgestraft. Das Original, Leichtbau-Schmiedefelgen, stammt von der AC Schnitzer automobile Technik. Asien ist gleichwohl nach wie vor der Schwerpunkt bei der Produktpiraterie: Den zweiten Platz belegt die Ninghai Xidian Jianfeng Plastics Mould Factory aus China, die den Salatschneider „Salat Chef“ aus dem Hause Genius plagiiert hat. Alles nur geklaut – so könnte auch das Motto des chinesischen Unternehmens Shenzhen Send-Tech lauten, das keine eigenen Ideen für ein Nebelgerät zur Moskito- und Schädlingsbekämpfung entwickelt und den „Swingfog SN 50“ der Firma Swingtec als Kopier-Vorlage für die eigene Variante genutzt hat.
Schon in den vergangenen Jahren hielten wichtige Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik die Laudatio zum Plagiarius. In diesem Jahr verkündete Prof. Dr. Peter Zec die „Gewinner“ des Wettbewerbs und machte in seiner Rede deutlich, dass die starke Zunahme der Produktpiraterie alle Industriebranchen und Designentwicklungen vor große Herausforderungen stellt. „Plagiatoren erhalten aus meiner Sicht zu geringe Strafen, da sie kein ‚klassisches‘ Verbrechen begehen. Das besondere beim Designraub ist ja, dass Sie zunächst gar nicht merken, dass Sie bestohlen wurden, der Dieb kann in aller Ruhe arbeiten. Erst wenn das Plagiat im Markt ist, haben Sie die Möglichkeit einzuschreiten. Bis dahin wurde allerdings schon Profit damit gemacht und immenser Schaden verursacht“, so der Initiator und CEO des red dot.





