red dot award: design concept-Sieger Interviewreihe

Während der finalen Teilnahmephase des red dot award: design concept 2012 präsentieren wir eine Interviewserie mit einigen der herausragenden Siegern des vergangenen Jahres und berichten über ihre neuesten gestalterischen Anstrengungen nach der Auszeichnung mit einem red dot.

Der aufstrebende Designer Park Jeil wurde für sein Konzept „Flowall“ mit dem red dot: best of the best ausgezeichnet. „Flowall“ ist ein Beleuchtungs-System, das versucht, eine Verbindung zwischen dem Nutzer unter physischen und phänomenologischen Gesichtspunkten herzustellen. Im Gespräch verriet der Gestalter, wie weit die Vermarktungspläne des Produkts fortgeschritten sind. Zudem warf Park Jeil ein wenig Licht auf seine Arbeit als Designer in Korea.

red dot: Was hat Sie dazu inspiriert, das Konzept für „Flowall“ zu erstellen?
Park Jeil: Zu Beginn jedes Projekts steht für mich die Suche nach Elementen, die das Potenzial haben, mein gestalterisches Werk zu bereichern. Das können spezielle Werkstoffe oder traditionelle Fertigungsprozesse sein, Architektur oder sogar Witze. Für „Flowall“ lag der Fokus auf dem „Zeitpunkt“. Dieses abstrakte Konzept wird durch meine Gestaltung visualisiert. Menschen sollen ihn fühlen und verstehen, wenn sie die Lampe benutzen.

red dot: Was war der Anlass für Sie, dieses Werk beim red dot award: design concept einzureichen?
Park Jeil: Der red dot design award ist einer der weltweit angesehensten Wettbewerbe. Ich wollte meine Arbeiten schon immer präsentieren und sehen, wie Menschen sie wahrnehmen. Der red dot design award war dafür definitiv eine gute Gelegenheit.

red dot: Wie weit sind Ihre Pläne zur Vermarktung des Produkts fortgeschritten? Welchen Problemen sind Sie bisher begegnet?
Park Jeil: „Flowall“ war noch „work in progress“ als ich es eingereicht habe. Es basierte auf einer sehr teuren Sensor-Technologie. Mittlerweile ist es aber modifiziert und für die Vermarktung angepasst. Die neue Version von „Flowall“ nutzt ein System aus gespannten Seilen und einem Shooter anstatt eines kinetischen Sensors. Sie wird zudem aus Acryl hergestellt, das mit Stoff bespannt und durch einen Faden verbunden ist, wodurch die Lamellen leichter und günstiger werden, was die zukünftige Vermarktung des Designs begünstigt.

red dot: Was sind Ihre Zukunftspläne für die „Flowall“?
Park Jeil: Ich bin gerade dabei, einen Hersteller für „Flowall“ zu finden.

red dot: Haben Sie den „Flowall“ irgendwo ausgestellt und falls ja, wie war das Feedback?
Park Jeil: Ich habe die neuere Version von „Flowall“ in Korea ausgestellt, auf einer koreanisch-japanischen Messe namens „ETTEDA2011“ und auf einer Möbelmesse Namens „Raumkunst“. Mehrere Architekten und Inneneinrichter haben mich daraufhin gefragt, ob es bald in Serie geht. Da die Idee für „Flowall“ aus einem einzigartigen Ausgangspunkt und einer besonderen Inspirationsquelle stammt, war das Konzept für viele interessant.

„ETTEDA ist eine Messekollaboration zwischen japanischen und koreanischen Gestaltern. Die Messe bietet ihnen eine Plattform, ihre Gestaltungen zu präsentieren, Ideen auszutauschen und bedeutsame Freundschaften zu knüpfen.
„Raumkunst“ war eine Messe, die darauf ausgerichtet war, „hinaus zu schauen“. Gemeint war, dass Designer Produkte gestalteten, deren Nützlichkeit und Ästhetik über ihre Basisfunktionen hinaus gehen.


red dot: Was sind die Inspirationen für ihre Gestaltungen und was sind ihre Ziele?
Park Jeil: Meine Design-Konzepte werden von jedem es umgebenden Element inspiriert, welches das Potential besitzt, meine Arbeiten zu verstärken. Das können sowohl reale als auch abstrakte Elemente sein. Für „Flowall“ war beispielsweise „Zeit“ ein Element, das mich inspiriert hat.

Ich arbeite zurzeit mit speziellen Materialien, Formen und Fertigungsprozessen, aber das sind lediglich methodologische Aspekte, die meine Designprojekte inspirieren können. Deren Zweck ist es, den Wert von Objekten in einem Maße zu erhöhen, wie es Menschen im Alltag nicht erleben.

red dot: Erzählen Sie uns mehr darüber, wie es ist, ein Gestalter in Korea zu sein.
Park Jeil: Momentan arbeiten viele koreanische Gestalter in Übersee. Einige haben aber auch ihre eigenen Studios eröffnet, sodass es geläufiger ist, Design-Studios in Korea zu sehen.

Gestalter in Korea arbeiten primär für Kunden, aber viele versuchen ihre eigenen Philosophien einzuführen und ihre Gedanken durch ihre Designs auszudrücken. Ich glaube, dass die Arbeiten aus Korea, die aus dieser Anstrengung hervorgehen, wertvoll für den internationalen Markt werden.

red dot: Was bedeutet die Auszeichnung mit einem red dot: best of the best für Sie?
Park Jeil: Mit einem red dot: best of the best ausgezeichnet zu werden war eine große Ehre für mich. Es war eine Bestätigung für mich als Gestalter. Es hat mich zudem motiviert, diverse neue Projekte anzugehen.

» Weitere Informationen zu Park Jeil und seinen Arbeiten

» Online-Ausstellung der Sieger des red dot award: design concept 2011