red dot award: design concept-Sieger Interviewreihe
Während der finalen Teilnahmephase des red dot award: design concept 2012 präsentieren wir eine Interviewserie mit einigen der herausragenden Siegern des vergangenen Jahres und berichten über ihre neuesten gestalterischen Anstrengungen nach der Auszeichnung mit einem red dot.
Der junge Designer Shi Xiaoxi war mit seinem „X-Plus“ im vergangenen Jahr einer der Gewinner des red dot award: design concept. Er wurde auf dem SaloneSatellite 2012 der Mailänder Möbelmesse ausgestellt und wird Ende Mai seinen Weg nach New York zur Messe ICFF finden. Xiaoxi berichtet uns mit, was es braucht, um sein Design zu vermarkten und wo die Herausforderungen liegen, wenn man ein Produkt selbst herstellt.
red dot: Was war Ihre Inspiration für dieses Design?
Xiaoxi: Ich wollte schöne Produkte herstellen, die Menschen benutzen können. „X-Plus“ hat den üblichen Möbelherstellungs-Prozess umgekehrt, der besagt, dass zuerst die Funktion bestimmt werden muss, bevor es hergestellt wird. Zum Beispiel: Bevor wir einen Tisch gestalten, wissen wir bereits, dass wir etwas designen, das als Tisch genutzt wird. Wenn ihn Kunden kaufen, wird ihnen gesagt, dass sie dieses Produkt als Tisch nutzen sollen. Bei „X-Plus“ hingegen, ermutigen wir die Leute dazu, ihre eigene Kreativität am Produkt auszuleben. Er kann als Tisch, Stuhl oder sogar als Aufbewahrungsbox genutzt werden. Während des SalonSatelitte in Mailand fanden die Besucher immer wieder neue Wege, den „X-Plus“ zu nutzen – beispielsweise als Bett, Bücherregal, Spielzeug und so weiter.
red dot: Hatten Sie Pläne, den „X-Plus“ auf den Markt zu bringen, bevor Sie am Wettbewerb teilgenommen haben?
Xiaoxi: Ja. Einer meiner Beweggründe neue Gestaltungen zu erschaffen, ist es, diese Konzepte irgendwann kommerziell zu realisieren. Meine Teilnahme am Wettbewerb war eine tolle Gelegenheit dazu, einer Idee die Chance zu geben, sich zu einem Produkt zu entwickeln, das von Menschen erlebt werden kann, anstatt dass es lediglich eine hübsche Zeichnung bleibt.
red dot: Warum haben Sie sich dazu entschieden, den „X-Plus“ selbst herzustellen?
Xiaoxi: Ich hatte die Gelegenheit, Christophe und Thomas von TheCreator.ME zu treffen, die später meine Geschäftspartner werden sollten. Ich habe mich um die gestalterischen Aspekte gekümmert, während sie die geschäftlichen und produktionstechnischen Dinge übernommen haben. Ich mag es, mit Leuten mit unterschiedlicher Herkunft zusammenzuarbeiten. Durch unsere unterschiedlichen Lebenserfahrungen können wir einander inspirieren, voneinander lernen und das Leben der anderen bereichern. Zudem können wir in einem kleinen Team die Dinge schneller angehen. In Zukunft möchte ich aber mit großen Marken zusammenarbeiten, um gute Designs und Produkte zu entwickeln.
red dot: Wie war der Produktionsprozess? Gab es Änderungen vom ursprünglichen Konzept zum Endprodukt?
Xiaoxi: Zum Glück wurde das Endprodukt exakt so umgesetzt, wie es das Design-Konzept vorgab. Nichtsdestotrotz gab es einige Herausforderungen während des Produktionsprozesses zu überwinden. Beispielsweise haben wir zwei unterschiedliche Metalle während der Herstellung benutzt und geschaut, welches der beiden das Erlebnis und die Funktionsweise des „X-Plus“ am meisten begünstigt hat. Ich musste mich auch um die Preisverhandlungen, die Zuliefererauswahl und dergleichen kümmern. Viele Dinge mussten geklärt werden. Der größte Gewinn für mich war jedoch, dass ich mit erfahrenen Leuten zusammengearbeitet habe, die mir dabei helfen, ein besserer Designer zu werden.
red dot: Wie haben Sie den „X-Plus“ beworben?
Xiaoxi: Ich glaube, es war eine gute Idee, die Show zu besuchen, um Menschen auf mein Produkt aufmerksam zu machen. Bereits fünf Tage nach der Mailänder Möbelwoche sprangen die Besucherzahlen meiner Facebook-Seite auf über 2.000. Doch nicht nur das. Ich habe auch viele Geschäftsverbindungen und neue Freunde auf der Show kennengelernt. Das red dot Logo habe ich übrigens auf meinen Stand geklebt. Ich hatte das Gefühl, dass die Auszeichnung mit dem red dot und das Label auf dem Stand mir geholfen haben, den „X-Plus“ zu vermarkten. Die Besucher des Standes haben es wertgeschätzt, dass der „X-Plus“ ein red dot prämiertes Design ist.
red dot: Was für Herausforderungen sind Sie bei der Vermarktung begegnet?
Xiaoxi: Da es mein erster Versuch ist, war es sowohl eine Herausforderung als auch Spaß. Während meiner Zeit bei Nokia durfte ich es erleben, dass meine Gestaltungen 100-Millionenfach verkauft wurden. Ich hatte aber das Gefühl, dass es einen großen Unterschied macht, etwas unter dem Label einer renommierten Firma zu verkaufen, gegenüber einem neuen Business Venture. Eine weitere Herausforderung war es, den „X-Plus“ in den Alltag der Menschen zu integrieren, sodass der „X-Plus“ für sie genauso wichtig ist, wie eine gute Uhr, die nicht nur funktional ist, sondern auch ein Sammlerstück.
red dot: Haben Sie einen Rat für Designer, die vorhaben am red dot award: design concept teilzunehmen?
Xiaoxi: Ich glaube, dass der red dot award: design concept eine tolle Gelegenheit und eine Plattform für Gestalter ist, ihre Konzepte erstrahlen zu lassen. Jeder Designer sollte seine Ideen zu red dot bringen und sie mit Menschen teilen, die Design lieben.
» Weitere Informationen zu Shi Xiaoxi und seinen Arbeiten
» Online-Ausstellung der Sieger des red dot award: design concept 2011






