
- Lume Media Center in Helsinki
23.02.2004
EDF-Konferenz in Helsinki
"Design For Business And History" im Lume Media Centre in Helsinki am 2./3. April
Was ist gutes Design? Muss man in ein Museum gehen, um das "gute Design" der Vergangenheit zu sehen? Oder ist es möglich, das "gute Design" von heute irgendwo zu finden? Diese Frage ist für Unternehmen und Museen gleich schwierig; dennoch ist es eine Frage, die beide gerne beantworten wollen.
Es ist nicht leicht, das gute Design aus der Flut von Informationen und Produkten, die uns täglich begegnet, herauszupicken – dennoch müssen Unternehmen und Museen dies fortlaufend tun, um überleben zu können. Unternehmen müssen die neuesten Trends und Veränderungen im Konsumentenverhalten beobachten; Museen hingegen müssen verfolgen, welche Art von Design die Unternehmen befürworten, um interessante zeitgenössische Ausstellungen bieten und ihre Kollektionen erweitern zu können.
Man kann jedoch argumentieren, dass dies nicht länger der Fall ist. Die Rollen sind getauscht worden. Jetzt müssen Unternehmen die Museen beobachten und deren zeitgenössische Ausstellungen und Kollektionen überprüfen; der Einfluss des Retro darf nicht unterschätzt werden. Die Museen wiederum beobachten die breite Öffentlichkeit wesentlich genauer und versuchen, Trends und neue Moden direkt aus verschiedenen Subkulturen herauszufiltern, bevor große Unternehmen sie dem Massenmarkt verkaufen. Das Markennamendesign steht nicht mehr an der vordersten Front des Designs – weder für das Museum noch für den Konsumenten.
Die Frage, die sich stellt, lautet: Wie können Museen und Unternehmen zusammenarbeiten und unsere heutige Gesellschaft beleuchten, und wie können sie aus Synergien Vorteile ziehen? Macht es Sinn, dass diese beiden Bereiche separat arbeiten oder gibt es ein gemeinsames Ziel, das nicht nur ihnen sondern dem Design im Allgemeinen einen Nutzen bringt? Diesen Themen widmet sich die EDF-Konferenz in Helsinki.
Zu den Rednern der Konferenz zählen:
Marianne Aav, Design Museum Helsinki
Paola Antonelli, MoMA New York
Dirk Imschoot, Imschoot publishing
Gianluca Marziani, freier Künstler
Prof. Catherine McDermott, Kingston University
Eero Miettinen, Nokia
Ph.D. Mika Pantzar, National Consumer Research Center
Prof. Yrjö Sotamaa, University of Art and Design Helsinki
Jan Van Mol, Ad!dict Creative Lab
Prof. Peter Zec, Design Zentrum Nordrhein Westfalen
Das Seminar ist kostenlos.
Für weitere Informationen über die Konferenz, das Programm und zur Anmeldung wenden Sie sich bitte an folgende Adresse:
Fax. +358-(0)9-6220 5455
Tel. +358-(0)9-6220 540 (mo.-fr. 8-11 Uhr)
European Design Forum (EDF)
Die Konferenz ist Teil des Projektes "European Design Forum", das eine aktive Kooperation von sechs europäischen Designinstitutionen ist.
- VIZO, Brussels www.vizo.be
- The Lighthouse, Glasgow www.thelighthouse.co.uk
- Museo di Castelvecchio, Verona www.commune.verona.it/Castelvecchio/cvsito
- Pro Materia, Brussels
- Design Zentrum Nordrhein Westfalen, Essen www.design-germany.de
- Design Museum, Helsinki www.designmuseum.fi
Programmablauf
1. Tag – Design For Business
9.00 – 9.45 Anmeldung
9.45 – 10.00 Marianne Aav, Design Museum – Begrüßung
10.00 – 10.45 Ph.D. Mika Pantzar, National Consumer Research Center
Design as a consumer commodity - design in a consumer commodity
Dieser Vortrag beleuchtet die jüngsten Entwicklungen finnischer Freizeitprodukte wie z.B. Herzfrequenzzähler (Polar), Armbandcomputer (Suunto), Mobiltelefone (Nokia) und Walking-Stöcke (Exel). In diesen Bereichen wird Design eine große Bedeutung beigemessen. Alle genannten Produkte standen oder stehen zurzeit am Rande des Massenmarktes. Bleibt abzuwarten, ob Unternehmen wie Suunto und Polar ein Durchbruch gelingt, der dem von Nokia in den neunziger Jahren entspricht.
11.00 – 11.30 Eero Miettinen, Nokia
Timeless classics or consumer goods?
Ist es möglich, Klassiker zu schaffen oder Klassiker aus unseren Erfindungen zu machen? Gibt es dafür einen Mechanismus oder geschieht es willkürlich? Welcher Zeitraum ist erforderlich für die Entstehung eines Klassikers, wie sieht es bei relativ jungen Geschäften wie Mobiltelefonen aus? Konsumgüter, Klassiker oder Kultobjekte? Klassiker vs. Volumen – ist Popularität ein Hindernis für Produkte auf dem Weg zu Klassikern? Elitismus, Marginalismus – sind das gute Geschäfte? Diese Fragen und viele andere werden nicht beantwortet werden sondern vielmehr als Provokation zur Debatte gestellt. Und diese Debatte wird hoffentlich auf immer und ewig fortgeführt.
11.45 – 12.15 Gianluca Marziani
Melting pop
MELTING steht für Fusionieren oder Verschmelzen. MELTING POT hat mit dem Sieden zu tun, mit dem Vermischen der Verschmelzung, die in einer festgelegten Einheit überprüfbar ist. POP führt uns zurück zum Sinn der Kommunikation, der Synthese eines dynamischen Sprachgebrauchs, zum empathischen Verhältnis mit diffusen Kulturen. MELTING POP ist die vielfache Synthese einer Kommunikationsdisposition, die aus linguistischen Fusionen besteht. MELTING POP ist eine Kombination aus visueller Kunst und anderen kreativen Sprachen.
12.30 – 14.00 Mittagspause
14.00 – 14.30 Jan Van Mol, Ad!dict Creative Lab
Design and branding in the WETM generation.
Paper from the Fu[rni]ture Creative X-Ray©
Heutzutage sollten Marken neu überdenken, was sie tun und wie es ihnen geht – nicht nur wegen der derzeit schwachen Wirtschaftslage sondern auch als Conditio sine qua non, um eine Marke über das Ziel der zufälligen Produktion von Gegenständen und Dienstleistungen hinaus zu führen. Dadurch werden die Prozesse um die Kommunikation, das Marketing und Branding zur komplexen und schwierigen Aufgabe. Jan Van Mol betrachtet, erforscht, hinterfragt, lobt und kritisiert die Art und Weise, in der Marken eine kreative, kohärente und ehrliche Annäherung an die Konsumenten einsetzen oder nicht besitzen. Dieser kreative, kohärente und ehrliche Ansatz des Branding wird erklärt, indem die Prozesse noch weiter verfolgt werden: Menschen, Ikonen, Medienpolitiker – sie alle setzen ähnliche Branding-Techniken ein.
14.45 – 15.30 Kaffeepause
15.30 – 16.00 Dirk Imschoot, Imschoot publishing
Street Fashion
Eine Geschichte über Street Fashion mit einer allgemeinen und persönlichen Vision – vor allem aber eine Geschichte über die Freiheit.
16.00 – 16.30 Abschlussdiskussion
18.00 – 20.00 Cocktails und Buffet im Design Museum
2. Tag – Design For History
9.00 – 9.45 Anmeldung
9.45 – 10.00 Marianne Aav, Design Museum – Begrüßung
10.00 – 10.45 Paola Antonelli, MoMA (Videopräsentation)
Good design only exists in a design collection of a museum?
Videopräsentation zur Designkollektion des Museum of Modern Art in New York.
Die Präsentation beleuchtet die Designkollektion des MoMA und die Art, wie diese auf dem Laufenden gehalten wird und wie Neuakquisitionen von statten gehen.
11.00 – 11.30 Prof. Peter Zec, Design Zentrum Nordrhein Westfalen
Design Museums in Germany and their Communicational Goals
Der Vortrag gibt einen Überblick über die Rolle und das Ziel von Designmuseen in Deutschland. Der Fokus liegt auf der Art und Weise, in der sie die Herausforderung zwischen Designgeschäft und Kultur meistern. Die Museen, die betrachtet werden, sind:
Die Neue Sammlung in München, das Vitra Design Museum in Berlin, das Museum für angewandte Kunst in Frankfurt, das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt und das red dot design museum in Essen.
11.45 – 12.15 Prof. Catherine McDermott, Kingston University
Totally Somewhere Else: defining cultural diversity and national
identity in 21st century British design
Dieser Vortrag identifiziert das neue britische Design und zeigt, wie Designer aus Großbritannien auf die sich verändernde Welt des 21. Jahrhunderts reagieren und uns an völlig andere Orte führen - Somewhere Totally Else. Dies ist der faszinierende Titel eines Essays des legendären britischen Kritikers Peter Ryner Banham aus dem Jahr 1968, der eine Popkultur beschreibt, die auch etwas von der Vorstellung der Zukunft verstand.
12.30 – 14.00 Mittagspause
14.00 – 14.30 Prof. Yrjö Sotamaa, UIAH
Historical Design vs. Good Design – the Educational Point of View
Das skandinavische Design betont traditionell Zeitlosigkeit und Funktionalität. Sein Ideal war und ist die Entwicklung eines schönen Alltags. Design ist zum Wettbewerbstool für Branchen und Nationen geworden. Sein Ideal ist die Schaffung von Erfahrungen und einer grenzenlosen Welt. Wie sollten Schulen und Museen auf diese Veränderung reagieren? Verschwinden die traditionellen Werte des skandinavischen Designs?
14.45 – 15.30 Kaffeepause
15.30 – 16.00 Marianne Aav, Design Museum
Design Museum
Der Vortrag konzentriert sich auf das "Great National Program" der dekorativen Künste und des Designs in Finnland sowie auf die Rolle des Design Museum als Sammler und Forum für internationales Design.
16.00 – 16.30 Abschlussdiskussion
Hinweis: Die einzelnen Programmpunkte können ohne vorherige Ankündigung geändert werden.
Weitere Informationen zum Netzwerk finden Sie unter www.eu-design.net





