Die Trends des red dot award: communication design 2004 zeichnen sich ab...
...und Prof. Dr. Zec stellt fest: Bei Massenkommunikation leidet die Qualität
Beim Wettbewerb in diesem Jahr wurde es ganz deutlich: Das Plakat ist in der Krise
Die Jury bei der Bewertung des red dot award: communication design 2003
Auch in diesem Jahr garantieren die neun Juroren aus sieben Nationen Qualität und Fairness beim Wettbewerb

11.08.2004

Trends des red dot award: communication design 2004

Gestaltungsqualität leidet unter Massenkommunikation

 

Im Bereich der Internetauftritte von Unternehmen beobachteten die Juroren zwei gegenläufige Entwicklungen. Dabei steht heute nicht mehr die Frage im Vordergrund, ob Firmen überhaupt eine Online-Präsenz haben, sondern eher, wie intensiv sie dieses Medium nutzen.

 

Ein Teil der Internetauftritte hält zunehmend wohl geordnete Informationen mit einer erstaunlichen Übersichtlichkeit bereit, und wird so mehr und mehr zu einem öffentlichen Archiv des Betreibers. Der Informationsgehalt dieser Seiten geht in der Regel weit über das Notwendige hinaus und bietet einen echten Mehrwert. Die andere Gruppe zielt darauf ab, den Nutzer mittels halb spielerischer, halb informativer Aktivitäten möglichst lange auf der eigenen Website zu halten. Netzspiele etwa werden so zu einem verlängerten Arm der Unternehmenskommunikation.

Deutlich wurde in diesem Bereich auch, dass bei Internetauftritten mit einer klar definierten Zielgruppe der Gestaltungsspielraum für Kommunikationsdesigner wesentlich größer ist als bei Seiten, die sich an ein Massenpublikum wenden. „Massenkommunikation verdirbt die Qualität“, bedauert Professor Zec, „bei einer gezielten Teilansprache kennt man seine Klientel und kann deren Bedürfnissen nicht nur inhaltlich, sondern auch durch eine entsprechende Gestaltung besser gerecht werden.“

Die Krise des Plakats

Eine andere Entwicklung, die sich bereits während der letzten Wettbewerbe langsam herauskristallisiert hat, ist die abnehmende Bedeutung des Plakates als verbreitete Kommunikationsform. Das war im red dot award: communication design 2004 sowohl quantitativ als auch qualitativ nicht mehr zu übersehen. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die audiovisuellen Medien dem Plakat als Kommunikationsform den Rang ablaufen. „Das Plakat steckt in der Krise. Insbesondere im Kulturbereich finden sich nur noch wenige anspruchsvolle Plakate. Hier ist die Finanznot der öffentlichen Haushalte deutlich zu spüren. Allein in den osteuropäischen Ländern ist die Plakatkunst noch stark verbreitet“, so Zec.

Hintergrund zum Wettbewerb

Der red dot design award zählt zu den ältesten und begehrtesten internationalen Designwettbewerben. Seit 1955 wird herausragende Designqualität jährlich vom Organisator des Wettbewerbs, dem Design Zentrum Nordrhein Westfalen, ausgewählt und in einer Ausstellung offiziell gewürdigt. Die Jury ist das Herz des red dot design award, denn sie garantiert die Objektivität und Fairness, die dem Wettbewerb seine weltweite Bedeutung geben. Die neun Juroren aus sieben Nationen sind international bekannte Designexperten.

Jury „red dot award: communication design 2004“

• Christina Chiappini, Italien

• Mervyn Kurlansky, Mervyn Kurlansky Design, Dänemark

• Thomas Kurppa, Stockholm Design Lab, Schweden

• Jean-Jacques Schaffner, Schaffner & Conzelmann, Schweiz

• Guy-A. Schockaert, Ad hoc Design, Belgien

• Erich Sommer, Total Design Köln, Deutschland

• Frido Steinen-Broo, eStudio Calamar S. L., Spanien

• Kurt Weidemann, Deutschland

• Stefan Ytterborn, Ytterborn & Fuentes, Schweden

Moderation: Heide Hackenberg, AGD – Allianz deutscher Designer e.V., und Prof. Dr. Peter Zec, Initiator des red dot design award.

 

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