Historie

Der Red Dot

Red Dot blickt auf eine über 60-jährige Tradition zurück: Am 30. Juli 1954 wurde der „Verein Industrieform“ auf Initiative des Leiters der Abteilung für Presse und Werbung der Firma Krupp, Prof. Dr. Carl Hundhausen, gegründet.

Geschichte

Red Dot blickt auf eine über 60-jährige Tradition zurück: Am 30. Juli 1954 wurde der „Verein Industrieform“ auf Initiative des Leiters der Abteilung für Presse und Werbung der Firma Krupp, Prof. Dr. Carl Hundhausen, gegründet. Der Verein sollte zu einer schöneren Umwelt beitragen, der Modernisierung und Exportqualifizierung deutscher Konsumgüter dienen und war Teil des Imagewandels von Krupp nach dem zweiten Weltkrieg. 1955 wurde erstmals ein jährlicher Designwettbewerb ausgeschrieben und am 5. Oktober eröffnete die Ausstellung „Ständige Schau formschöner Industrieerzeugnisse“ in der Villa Hügel (Essen). Die innovative Konsumgüterschau galt als Musterpräsentation mit Vorbildcharakter für Industrie und Verbraucher und fand weltweit Beachtung.

1961 musste die Produktausstellung umziehen und fand ihre neue Heimat in der Alten Synagoge in Essen. Fortan wurde auch das europäische Ausland eingebunden, beispielsweise durch Sonderausstellungen zu Design aus Italien oder Finnland. 1979 kam es nach einem Kurzschluss zu einem verheerenden Brand, der einen Großteil des Ausstellungsbestands zerstörte.

Im November 1981 konnte die Ausstellung widereröffnet werden: Das wesentlich kleinere Amerikahaus in Essen als neuer Ausstellungsort verdeutlichte die abnehmende Bedeutung des Haus Industrieform zu dieser Zeit. Konsumkritische Einstellungen machten es schwer, die Bedeutsamkeit guten Design zu etablieren. Der Anschluss an das Zeitgeschehen drohte verloren zu gehen.

Mit speziellen Ausstellungen, beispielsweise zu Plastiktüten oder Autoaufklebern, wandte sich der Verein wieder stärker an die Konsumenten. Neue Talk-Formate etablierten die Institution zudem als Plattform für einen Diskussionsprozess über die wirtschaftliche Funktion von Design.

Das Ende der Achtzigerjahre war zugleich auch der Beginn eines Strukturwandels: Dem Umzug 1988 in die ehemalige Stadtbibliothek (Essen) folgte eine umfassende Neuorientierung, die Design als Mittel für Unternehmenserfolg in den Mittelpunkt stellte. So wurden das Siegel „Ausgewählt durch Haus Industrieform Essen“ sowie ein Jahrbuch eingeführt und die Funktion als Designförderinstitution durch aktives Designmanagement ausgebaut.

1990 wurde aus dem „Verein Industrieform“ das „Design Zentrum Nordrhein Westfalen“ (DZNRW). Mit der Namensänderung ging ein neues Corporate Design, entworfen von Otl Aicher, in Form eines schwarzen beziehungsweise orangenen Punktes begleitet von einem Schriftzug einher. 1991 übernahm Professor Dr. Peter Zec als Geschäftsführender Vorstand des DZNRW. Dieser änderte das Logo in einen roten Punkt, der 1992 erstmals als Auszeichnung vergeben wurde.

Unter Peter Zec verlagert das Design Zentrum seinen Schwerpunkt vom Designmanagement hin zur Funktion eines Qualifizierungs- und Kommunikationszentrums für Unternehmen, die sich mittels Design im internationalen Wettbewerb behaupten. Zudem führte er 1993 eine eigene Sparte für Kommunikationsdesign ein. Der „Deutsche Preis für Kommunikationsdesign“ wird heute unter dem Namen „Red Dot Award: Communication Design“ verliehen.

Es folgten die Eröffnung zweier Dependancen in Asien (Tokio und Singapur), eine erneute Überarbeitung des Logos durch Kurt Weidemann und 1997 der Umzug der Ausstellung in das von Lord Norman Forster zu einem Museum umgebaute, ehemalige Kesselhaus der stillgelegten Zeche Zollverein. Die neue Heimat in Essen bot nun 4.000 m² Ausstellungsfläche und läutete damit eine neue Ära ein. 10.000 Besucher schauten sich das außergewöhnliche Museum allein in den ersten zwei Wochen nach Eröffnung an.

Peter Zec entwickelte die bis dahin nationale Evaluationsplattform weiter zu einem international führenden, anerkannten Award. Um dieser Internationalisierung gerecht zu werden, benannte er den „Roten Punkt“ zur Jahrtausendwende zum „Red Dot“ um, und nur kurze Zeit später wurde das neue, von Peter Schmidt gestaltete, Logo in der aktuellen Form eingeführt.

Seit 2005 wird im Red Dot Award nicht nur Produkt- und Kommunikationsdesign ausgezeichnet. Zum Red Dot Award: Design Concept können Designer und Hersteller sowie Universitäten auch Prototypen und Konzepte einreichen. Heimat dieses Awards ist das Red Dot Design Museum Singapore, welches ab 2018 nicht mehr das einzige Museum im asiatisch-pazifischen Raum sein wird: ab dem Frühjahr können Reisende und Besucher am Terminal 2 des Gaoqi Flughafens im dort beheimateten Red Dot Design Museum Xiamen einen Einblick in die Welt des Designs bekommen.

Der Red Dot Award ist heute mit mehr als 17.000 jährlichen Einreichungen von Designprofis und Unternehmen aus über 70 Nationen einer der größten und der wahrscheinlich renommiertesten Designwettbewerbe weltweit, publiziert Jahrbücher und Fachliteratur im Verlag „Red Dot Edition“ und vereint verschiedene Online-Portale, eine Design-App und mehrere Museen sowie weltweite Ausstellungen unter seinem Dach.