Red Dot Gala: Product Design 2025 Start Livestream: 8. Juli, 17:45 Uhr (MESZ)
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Rainbow Wool als Statement für Queer- und Tierrechte

Zu süß, um versteckt zu bleiben

Mit der Auszeichnung „Red Dot: Best of the Best“ im Red Dot Award: Brands & Communication Design 2025 würdigt die Jury ein Projekt, das zeigt, wie kraftvoll Design sein kann, wenn eine starke Idee, klare Haltung und exzellente Kommunikation zusammenkommen. Rainbow Wool ist genau das: ein Projekt, das aus einer einfachen Beobachtung entstand und sich zu einem international beachteten Statement für Repräsentation, Vielfalt und gesellschaftliche Verantwortung entwickelte.

Von der einfachen Frage zum starken Narrativ

Ausgangspunkt war eine scheinbar beiläufige Frage: „Gibt es eigentlich auch schwule Schafe?“. Eine Frage, die Perspektiven öffnet und den Grundstein für ein außergewöhnliches Kommunikationskonzept legt. SERVICEPLAN erkannte darin das Potenzial, ein komplexes gesellschaftliches Thema – queere Sichtbarkeit und Diskriminierung – über ein unerwartetes, emotional zugängliches Narrativ zu vermitteln. Gemeinsam mit Schäfer Michael Stücke wurde aus dieser Idee ein reales, funktionierendes Modell: Homosexuelle Schafböcke, die in der Landwirtschaft oft als „nicht nutzbar“ gelten und getötet werden, werden durch das Projekt geschützt, ihre Wolle verarbeitet und als Träger einer klaren Botschaft eingesetzt. 

Eine kohärente Markenerzählung mit Haltung

Rainbow Wool überzeugt insbesondere durch die stringente Übersetzung von Haltung in Gestaltung. Das Projekt verbindet Material, Botschaft und visuelle Kommunikation zu einer kohärenten Markenerzählung: „Sie haben diese Wahrheit in jedem Aspekt der Marke umgesetzt. Vom Logo bis zur Kommunikation, die allesamt sehr gut gestaltet sind. Es ist zu einem echten Business geworden. Es ist etwas Bemerkenswertes, das einfach und schön ist und einem guten Zweck dient“, so die Jury. 

Die Produkte sind dabei nicht Selbstzweck, sondern Teil eines größeren Systems: Sie machen einen bislang ungenutzten Rohstoff wirtschaftlich nutzbar, unterstützen LGBTQIA+ Initiativen und erzeugen globale Sichtbarkeit für queere Menschen und queere Tiere. Auch die geschützte Schafsherde selbst steht für Vielfalt – sie setzt sich aus unterschiedlichen Schafrassen zusammen und spiegelt damit Diversität im wahrsten Sinne des Wortes wider.

Repräsentation als kommunikatives Prinzip

Im Zentrum steht der Aspekt der Repräsentation. Rainbow Wool macht sichtbar, was oft übersehen oder verdrängt wird. Sichtbarkeit wird hier bewusst als kommunikatives Werkzeug eingesetzt – denn was sichtbar ist, wird Teil des gesellschaftlichen Diskurses. Für viele queere Menschen bedeutet diese Art der Repräsentation mehr als Aufmerksamkeit: Sie steht für Anerkennung, Zugehörigkeit und Hoffnung. Dass das Projekt es bis in die New York Times geschafft hat, unterstreicht seine internationale Relevanz und kommunikative Durchschlagskraft.

Zusammenarbeit mit Überzeugung

Ein weiterer entscheidender Faktor für den Erfolg des Projekts ist die glaubwürdige Zusammenarbeit aller Beteiligten. Musiker Bill Kaulitz unterstützte das Projekt aus persönlicher Überzeugung und stellte seine Reichweite gemeinnützig zur Verfügung. Auch die Dating-App Grindr war von der Idee so überzeugt, dass sie Modedesigner Michael Schmidt – bekannt für seine Outfits für globale Popstars wie Cher, Lady Gaga und Sabrina Carpenter – beauftragte, eine Kollektion aus der Regenbogenwolle auf den Laufsteg in New York zu bringen. Diese Authentizität und die kreative Einbindung prominenter Partner verstärken die Wirkung der Kampagne erheblich und machen deutlich, dass Rainbow Wool nicht auf kurzfristige Provokation, sondern auf nachhaltigen Impact setzt.

Wolle mit Wirkung

Rainbow Wool zeigt, wie Gestaltung dazu beitragen kann, Inhalte verständlich und emotional erfahrbar zu machen, indem es Bewusstsein schafft, Leben schützt und gesellschaftlichen Wandel anstößt. Gleichzeitig überzeugt das Projekt durch seine hohe gesellschaftliche Relevanz und eine messbare Wirkung, die weit über den Designkontext hinausreicht – von internationaler Medienresonanz bis hin zu konkreter Unterstützung queerer Initiativen. Die Auszeichnung mit einem Red Dot: Best of the Best bestätigt das Projekt als herausragendes Beispiel dafür, wie Kommunikationsdesign zu einem wirkungsvollen Instrument für Queer- und Tierrechte und soziale Innovation wird.